der architektur in vorarlberg wird gemeinhin eine klar geordnete und handwerksgemäße konzeption nachgesagt. diesem ruf wird der architekt joachim schmidle in höchstem maße gerecht.
im haus seifert – auf den ersten blick durchaus unspektakulär – erzeugt er eine durchgehende ordnung, die bis ins detail zu spüren ist. arbeit, innen- und außenräume sind klug zueinander gestellt und geben dennoch eine blickachse durchs ganze haus frei.
es zeigt sich kein formaler zwang, der zum selbstzweck wird, sondern ein gewissenhaftes ordnen von ganz gewöhnlichen dingen des gebrauchs und der konstruktion. jede materialfuge und jede steckdose hat ihren platz. räume, fenster und nischen fügen sich mit unaufdinglicher präzision ineinander.
der dafür notwendige und nicht unerhebliche planungsaufwand wird zum zeichen des respekts vor den anliegen und der person der auftraggeberin. der sensible umgang mit material und raum wird der anspruchsvollen arbeit als kinderpsychologin und dem bedürfnis nach ausgleich und rückzug gerecht.
handwerklichkeit nicht nur als schlagwort.

text robert fabach (vn 10/2004)
Projekttitel: EFH Seifert
Architekt, Architektin, Architekturbüro:
Schmidle, Joachim
aus: frastanz
Fotonachweis:
architekt
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