Dem ÖPNV-Terminal kommt, als einzigem hochbaulichen Thema neben der Umgestaltung des Bahnhofsge bäudes, eine zentrale Bedeutung in stadträumlicher, funktionaler und gestalterischer Hinsicht zu, da von
diesem Gebäude Impulse für die weitere Entwicklung des Gesamtareals erwartet werden. Das Verkehrskonzept sieht acht überdachte Rendezvouz- Haltestellen vor, als Umsteigebeziehung von Bus auf Straßenbahn und Thüringer Waldbahn, eine ortsübergreifende Straßenbahn für Nah- und Ferntourismus im Thüringer Wald. Vier Module von 5 x 12 m nehmen unterschiedliche Funktionen und Nutzer auf: Blumenladen, Imbiss, Information und Verkauf sowie öffentliche WCs und sichern über die Haltestellenfunktion einen wirtschaftlichen Betrieb für die Stadt über vermietbare Einheiten.
Den fehlenden Raumkanten, der verlorenen Identität und Aufenthaltsqualität des Ortes und dem zu geringen Raumprogramm für ein mögliches Gebäude antworten wir mit einer zusammenhängenden Dachfläche von ca. 50x50 m, um zuerst die städtebauliche Dimension zu sichern.
Innerhalb der Dachfläche wechseln entsprechend der funktionalen Organisation: Bahnsteig-Fahrbahn, Gebäu-
demodul-Freifläche, schachbrettartig offene und überdachte Abschnitte, die über einen Fries umrahmt werden.
Säulenzierkirschen geben eine vertikale Akzentuierung, die über die offenen Dachsegmente hinaus mit der höheren Nachbarbebauung korrespondieren und als Referenz an den Thüringer Wald stehen.
Sämtliche Dächer funktionieren unterseitig als Lichtdecken. Die tagsüber natürlich belichteten offenen Dachfelder wechseln in den Abend- und Nachstunden mit den beleuchteten Deckenfeldern.

Auszeichnungen:
Europäischer Architekturpreis "40 under 40"
Thüringer Staatspreis Architektur 2008 (Anerkennung)
Projekttitel: bus & bahn terminal
Architekt, Architektin, Architekturbüro:
Osterwold-Schmidt EXP!ANDER Architekten BDA
aus: Weimar
Fotonachweis:
Michael Miltzow Steffen Groß
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