Als Baugruppen-Modellprojekt der Stadt Karlsruhe wurde das städtische Grundstück an der Hildapromenade beplant und bebaut, um Wohnen in der Stadt mit individuellen Grundrissen, eigenem Freibereich, Privatsphäre und ohne die Rendite eines Bauträgers zu ermöglichen.
Durch die Parzellierung des Grundstücks in acht Einzelgrund- stücke und die Bebauung durch entsprechend viele Bauherren und Architekten wird die lebendige Vielfalt erreicht, die eine attraktive Stadt ausmacht. Verbindliche Gestaltungsregeln fassen die indivi- duellen Wohnhäuser zusammen: ein Stadtbaustein am Park mit gemeinsamer Identität entsteht, der gleichzeitig Planungs- freiräume für die einzelnen Bau- herrschaften bietet.
Durch einen gemeinsamen Planungs- und Bauprozess entsteht nicht nur ein Haus, sondern ein Stück Stadt.
15 Bauparteien, die gleichzeitig Eigennutzer sind, bewohnen diese acht Häuser.
Die Gebäude werden von Norden erschlossen. Die Privatgärten orientieren sich nach Süden. Zwei Bauherrschaften teilen sich eine Parzelle, das Grundstück wird fünfgeschossig mit einer vorgegebenen Firsthöhe bebaut. Im Erdgeschoss wird ebenerdig geparkt mit je einem Parkplatz pro Wohnung, ein Vorbau in Parkplatztiefe wird in den Garten geschoben. Eigenständige und voneinander unabhängige Wohnungszugänge erhalten einen Mehrwert durch ein gemeinsames Foyer. Die größtmögliche Privatheit in der möglichen Gemeinsamkeit der „Minibaugruppe“ wird durch Anordnung der Eingänge und der Freibereiche gestützt.
Ein gestapeltes Reihenhaus entsteht damit auf der Parzellen- breite von 8 m. Jede Wohnung erhält einen eigenen Charakter durch Freiraum-bezug, Ausblick und Materialien.
Die Erd-Wohnung nutzt Garten und die Terrasse auf dem Vorbau nach Süden. Die Vertikal- erschließung und der Zugang sind an der östlichen Hausschotte angelagert: eine leichte Stahltreppe und ein Luftraum verbinden optisch die drei Wohnebenen. Der Himmel-Wohnung bietet die Dachterrasse privaten Außenraum. Die Vertikalerschließung mit dem Zugang für diese Wohnung ist an die westlichen Hausschotte angelehnt.
Betonstein als Material der hausbegrenzenden Schotten dominiert das gemeinschaftliche Erscheinungsbild, die individuellen Fassaden variieren, sie bestehen aus geschosshohen Elementen und öffnen das Gebäude sowohl zur Sonne nach Süden als auch zum Blick auf den Park nach Norden. Feststehende Verglasungen, in Eichenholz gefasste Schiebetüren, die wie Bilderrahmen den Blick in die Landschaft fassen und schmale Lüftungsklappen in orange sind je nach Funktion angeordnet. Der Massivbau wird ökologisch sinnvoll mit Fernwärme über eine Fußbodenheizung beheizt, ein außenliegender Sonnenschutz bewahrt vor Überhitzung im Sommer. Zusätzlich regulieren die massiven Betonsteinwände das Hausklima.
Fotos: Andreas Keller
Projekttitel: Wohnhaus Hildapromenade
Architekt, Architektin, Architekturbüro:
baurmann.dürrarchitekten
aus: Karlsruhe
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