Auf einem 92 Ar großem Grundstück entstehen 2 Wohnhäuser mit Landschaftsgarten, Pavillons und Schwimmbecken. Auf der exponierten Topografie in leichter Hanglage werden mittels bewohnter und unbewohnter Gebäude, sowie Gärten verschiedener Größe, klassische und unbekannte geometrische Topologien erkundet. Die ruhige Suche nach der „quinta essentia ", einer eleganten klassischen Form führt vom Tetraeder bis hin zur artifiziellen Landschaft. Eine klassische Form, die Ihre revolutionären Wurzeln nicht verleugnet und eine poetische Wissenschaft formuliert.

Der 2. Bauabschnitt ist ein Neubau als exakter überhöhter Hexaeder (Der Stoff sehnt sich der Form entgegen - Aristoteles). Die Sichtbetonaußenschalen mit regelmäßigen Schalungsankern formen den leicht überhöhten Würfel. Außen streng mit radikalen Rampen, Böschungen und eingeebneten Terrassen bildet der Baukörper den Start des Geländes. Die wilde Landschaft des Nordschwarzwaldes wird künstlich gefasst, um sich entlang der Sommersonnenwendachse über 250 m zum wilden Biotop zu befreien.
Im verspielten Innenraum wechseln sich niedrige Geschosshöhen mit großen Lufträumen über zwei Geschosse ab. Persönliche kleinteilige Ausbauten, z.B. ein Arbeitsplatz in der begehbaren Bibliothek, eine integrierte Sitzbank bei der Kaminecke oder eine Sitznische in der Wand des Bades, schaffen Rückzugsräume in dem alle Geschosse durchdringenden Raumkontinuum, bis hin zu einem dunklen Tatamimattenraum mit meditativem Charakter. Es wurden umfangreiche Schreinerarbeiten als integraler Bestandteil des Gebäudes ausgeführt. Treppenläufe, gewendelt und gerade, führen in einer weichen, runden Choreografie aus dem Garagengeschoss bis zu den Aussichtsterrassen auf den oberen Ebenen. Der Besucher durchquert dabei die hellen, mit großen 2-geschossigen Minimalfenstern und Gebäude hohen Lichtschlitzen belichteten Räumen. Holz der 200-jährigen vom Blitzschlag vor Ort gefällten Eiche, lokaler Maulbronner Sandstein sowie weitere lokal gewonnene Materialien wurden beim Ausbau verwendet. Tages- und Kunstlichtführung inszenieren Außen- und Innenraum.
In dem Landschaftsgarten, der sich von der künstlichen Landschaft zum wilden Wald entfaltet, werden Orte definiert, die enzyklopädische Bezüge zu philosophischen Momenten und topologischen Inhalten herstellen:

Von Westen nach Osten

I Die rationale Sommersonnenwendachse: „Cogito ergo sum“ nach Descartes
II Der Hexaeder, (Der Stoff sehnt sich der Form entgegen- Aristoteles)
III Die Wasserläufe, Brunnenfontänen in Form von Ikosadern
IV Die Öffnung der alten Villa zur Landschaft mit einem Wandelhaus
(Panta rhei- Heraklit),
V Die klassische Reminiszenz als Gänsehaus: „et in arcadia ego“ das
„memento mori“ nach Giovanni Francesco Guercino
VI Die „Falsifikationsschaukel“ als Hommage an Karl Popper
VII Die Feuerstelle in der Wildnis als Tetraeder
„...der Mensch ist Nachbar des Seins“ nach Martin Heidegger
VIII Der Oktaeder aus Cor-tenstahl, das Mikrogefüge im wilden Biotop nach
Plato/Pythagoras „Alles ist Zahl“
Das Projekt Topoi Engelsbrand erwartet eine weitere Entwicklung, die von der weiteren Erstellung der Follies, der sich entwickelnden Vegetation des Geländes in der geistigen, topographischen und topologischen Landschaft im Norschwarzwaldbedingt wird.

Die Heimat

An meinen Bruder
...
Wohin du auch in wilder Lust magst dringen,
Du findest nirgends Ruh,
Erreichen wird dich das geheime Singen -
...
Joseph Freiherr von Eichendorff


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„ Mit dummen Fragen fängt jede Revolution an." Joseph Beuys

Viele finden Antworten – ich habe Fragen. Von trivial bis sehnsüchtig, seit 2004 jeden Monat neu, nichtakademisch, grenzwissenschaftlich, irritiert und neugierig. Vielleicht haben sie eine Antwort und es fehlt ihnen die Frage? Ich freue mich auf einen Austausch.
Projekttitel: Topoi Engelsbrand
Architekt, Architektin, Architekturbüro:
Architekturbüro Stocker
aus: Remshalden
Fotonachweis:
Brigida Gonzalez, Florian Stocker, Dietmar Strauss
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