Das ursprüngliche bescheidene Haus von 1950 mit Satteldach und Kniestock war bereits 1954 zu einer Walmdachvilla aufgestockt worden (alles schon mal dagewesen)! Für die neuen Besitzer - Musikpädagogin und Schreiner - waren die 100 m² Wohnfläche aber deutlich zu klein, es fehlten ein Kinderzimmer, ein Arbeitsraum und ein Musikzimmer.
Deshalb wünschten sich die Bauherren eine Aufstockung, die das quadratische Gebäude jedoch zu einem Turm gemacht und seiner Umgebung noch mehr entfremdet hätte. Der Architekt riet statt dessen, das Haus um eine Raumachse zur Straße hin zu verlängern und ein 45 Grad steiles - als Wohnraum nutzbares - Satteldah aufzusetzen, das auch wieder an den ursprünglichen Baukörper erinnert. Dadurch verdoppelte sich die Wohnfläche nahezu.
Als energetische Sanierungsmaßnahmen wurden die Dämmung des Dachs, der Außenwand und der Kellerdecke sowie die Erneuerung aller Fenster durchgeführt. Der Anbau ist in hochgedämmter Holzbauweise errichtet. So konnte trotz der Erweiterung der Energieverbrauch absolut auf ca. 50 %, d.h. pro qm Wohnfläche auf ein Viertel gesenkt werden.
Der massive Altbau und die Erweiterung in Holzbauweise wurden von dem Bauherren selbst mit schwarz lasierten Lärchenleisten verkleidet. Diese Verkleidung im Spiel mit den hellen Paneelen weckt Assoziationen an exakt geschreinerte Möbelstücke und Musikinstrumente und damit an die Tätigkeiten der Bauherren. Gleichzeitig schafft der klare Baukörper, die präzise ausgeführte Leistenschalung und dies graue, an Holzschindeln erinnernde Dachdeckung eine verblüffende Verwandtschaft zu den einfachen, sorgfältig gezimmerten, historischen Blockbauten der Region.
Projekttitel: Erweiterung und energetische Sanierung eines Einfamilienhauses
Architekt, Architektin, Architekturbüro:
Architekturbüro Bert Reiszky
aus: Deggendorf
Fotonachweis:
Fotos: U. Geisler
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